| Die Region Plauen-Vogtland und die Stickereiindustrie stehen für eine Beziehung der ganz besonderen Art – ein Stück Industriekultur, ein Schatz, den es noch zu bergen gilt. Unter dem Motto „der Blick zurück schärft den Blick nach vorn“ erzielen Traditionen gepaart mit zukunftsweisenden Entwicklungen große Fernwirkung auf den unterschiedlichsten Ebenen wie Wirtschaft, Kunst und Kultur oder Tourismus. Um diese Industrie- bzw. Stickereikultur weiter zu fördern, loben das Deutsche Innovationszentrum für Stickerei e.V. und der Verein Vogtländische Textilgeschichte Plauen e.V. gemeinsam den „internationalen designpreis plauen-vogtland – stickstich 011“ aus.
Mit diesem internationalen Design-Wettbewerb wollen die Ausrichter aus der Stickereiregion Plauen die Industrie zur Entwicklung kreativer und innovativer Stickereien anregen. In der Region Plauen- Vogtland haben Spitze und Stickerei eine langjährige Tradition. Beim Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert hatte die vogtländische Stickereibranche ihre Blütezeit, welche mit dem Gewinn des Grand Prix im Jahre 1900 auf der Weltausstellung in Paris internationale Anerkennung fand. Trotz starker Einschnitte wie die Auswirkungen des 1. und 2. Weltkrieges und die Verstaatlichung der vorwiegend kleingewerblichen Stickereiindustrie gelang es immer wieder, hochwertige Stickereiprodukte herzustellen.
Nach wie vor verfügt das Vogtland über alle Voraussetzungen, die ein echtes Cluster benötigt. D. h. neben den produzierenden Stickereiunternehmen besitzt die Region eine ausgezeichnete textile Infrastruktur, dazu gehören Ausrüster, Textilveredler, Forschungs- und Laborinstitute sowie entsprechende Aus- und Weiterbildungseinrichtungen. Hinzu kommen aktive Dienstleister, die branchenübergreifende Projekte initiieren und die Branche bei Marketingmaßnahmen unterstützen.
Zentrum für kreative Maschinenstickerei
Nach dem Willen der beiden Ausrichter des Awards, des Deutschen Innovationszentrums für Stickerei e.V. (DIZS) und des Vereins Vogtländische Textilgeschichte Plauen e.V., soll sich die Region Plauen-Vogtland mit der Vergabe des Designpreises als Zentrum für Maschinenstickerei und Kreativ-Zentrum für Stickerei mit großer Fernwirkung etablieren. Regionale Stickereiunternehmen bieten ihre Hilfe bei der technischen Umsetzung an. „Durch diesen Aspekt entstehen sicher interessante Ansätze für überregionale, gemeinschaftliche und ästhetisch anspruchsvolle Entwicklungen“, lautet die Einschätzung von Kathrin Floß vom DIZS.
Die Etablierung des Awards ist die erste Aktion mit Blick auf das Deutsche Zentrum für Spitze und Stickerei, das in Plauen entstehen wird. Das Zentrum soll besonders für den Tourismus eine grundlegende Marktchance für ein zielgruppenübergreifendes Ausstellungsangebot zum Thema Spitze und Stickerei bieten. „Es ist hier möglich, mit historischen, aktuellen und breitenwirksamen Themen einen hohen Erlebniswert zu schaffen. Die Gewinner des stickstich 011 werden einen Platz im modernen Gebäude bekommen – ein Grundstein für anschließende Marketingaktivitäten“, sagt Beate Schad vom Verein für Vogtländische Textilgestaltung.
Thema: Gestickte Raumkonstrukte
Die Thematik des Awards stickstich 011 vereint Stickereitechnologie und Dimensionalität. Mit Architektur verbindet man z.B. Konstruktionen im inneren wie auch äußeren Raum. Die derzeitigen allgemeinen Stadtbilder sind Bilder industriellen Fortschritts - konstruktive, klar gegliederte, cleane, transparente Gestaltungsbilder durch Verwendung von Baumaterialien wie Beton, Stahl und Glas. Nunmehr besinnt man sich auf wohlige, behagliche Flächen.
Doch nicht nur in der Architektur erschließen sich, dank des technischen Fortschritts der Maschinen, neue Anwendungsfelder für die verschiedensten Dekorationstechniken. Sei es in der Automobilindustrie, im medizinischen Bereich oder im Bereich der Werbung – überall finden wir gestickte oder bestickte Textilien, oft in Kombination mit Textildruck und unter Verwendung unterschiedlichster Materialien, die durch ihre Dimensionalität besondere Wirkungen erzielen.
Teilnahme und Einsendeschluss
Von den Wettbewerbsteilnehmern werden aussagefähige Darstellungen, Materialproben und Prototypen erwartet, die mit der Maschine ausgeführt sind. Im Vordergrund stehen der Gestaltungsanspruch sowie die innovative Produktidee bei freier Wahl von Material und Technik. Angesprochen sind Designer und Studenten aus dem In- und Ausland. Vergeben werden die Plätze 1 bis 3 und die Sonderpreise Innovation und Nachwuchs. Anmelde- und Einsendeschluss ist der 28. Februar 2011. Ausschreibungs- und Anmeldeunterlagen stehen auf der Internetseite www.stickstich-designpreis. com zum Download bereit.
Die Mitglieder der internationalen Jury sollen im Herbst bekanntgegeben werden. Die Jury bewertet die eingereichten Arbeiten nach den Kriterien Gestaltungsqualität und Originalität, Innovationsgehalt und visionäre Aspekte, technische Umsetzbarkeit und Präsentation.
Die Preisverleihung findet im Rahmen des 52. Spitzenfestes am 3. Juni 2011 in der Stadt-Galerie Plauen statt. Hier werden auch die Einsendungen in einer dreiwöchigen Ausstellung zu sehen sein.
Unterstützt wird der Wettbewerb durch designpool.berlin, Gerber Spitzen & Stickereien, Modespitze Plauen, Rahmig & Partner, pumproom.net, Stadt Plauen, Stickperl, texSTILform Entwurf. Konzept.Beratung, Vogtlandkreis, weissfee gmbh, IHK Südwestsachsen, W. Reuter & Sohn Spitzen und Stickereien sowie durch die TVP.
www.stickstich-designpreis.com
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